Was ist mein Gebrauchtwagen wert?

Wer ein Auto verkaufen will, landet relativ schnell bei der einen, zentralen Frage: Wie viel Geld bekomme ich für meinen Gebrauchtwagen? easyautosale klärt wichtige Fragen – vor allem, wie man zu einer realistischen Einschätzung und damit letztlich zu einem reibungslosen Autoverkauf kommt.

Nimmt man alles zusammen, dann wird der Wert eines Gebrauchtwagens von nicht weniger als 90 unterschiedlichen Faktoren bestimmt. Soll heißen: Die Wertermittlung bei gebrauchten Autos ist eine komplexe Angelegenheit und muss vor allem bei jedem Auto individuell berechnet werden.

Eine wichtige Regel sollte man dabei nie vergessen: Hat man einmal eine solide Werteinschätzung für den Gebrauchtwagen erhalten, heißt das noch lange nicht, dass man mit dieser Summe beim Verkauf auch rechnen kann – schließlich muss immer erst noch ein Käufer gefunden werden, der bereit ist, diese Summe zu bezahlen.

Wie kann ich den Wert meines Fahrzeugs ermitteln?

Prinzipiell gibt es viele Anbieter, die eine Wertermittlung vornehmen. Zu unterscheiden ist die pauschale Wertermittlung, die individuelle Wertermittlung, sowie die Werteinschätzung anhand von Durchschnittswerten in Automobilbörsen.

a) Pauschale Wertermittlung

Bei einer pauschalen Wertermittlung wird der Gebrauchtwagenwert anhand von Durchschnittswerten und pauschalen Richtwerten ermittelt. Auf weiche Faktoren (z. B. die Farbkombination innen/außen, der Zustand des Fahrzeugs oder die Jahreszeit) wird in vielen Fällen keine Rücksicht genommen. Daher: sehr oft entspricht der tatsächliche Wert nicht der pauschalen Wertermittlung des Autos. Der tatsächliche Wert des Fahrzeugs kann sowohl über als auch unter der pauschalen Wertermittlung liegen.
Anbieter sind beispielsweise Autofokus24, DAT oder Schwacke.

b) Individuelle Wertermittlung

Wer den Wert seines Autos individuell schätzen lassen will, der kann beispielsweise von Dekra oder TÜV ein unabhängiges Gutachten erstellen lassen. Der Gutachter greift zwar auf pauschale Richtwerte zurück, passt diese aber nach unten oder oben an. So entsteht eine individuelle, auf das Fahrzeug zugeschnittene Wertermittlung. Das Problem dabei: Zu wissen, was das Auto theoretisch wert ist, bringt erst einmal nichts, solange man noch keinen Käufer hat.

c) Durchschnittswerte in Automobilbörsen

Wer den Wert seines Autos anhand von Durchschnittswerten in Automobilbörsen zu ermitteln versucht, sollte folgendes bedenken:

  1. Der tatsächliche Verkaufspreis ist nicht der in Automobilbörsen genannte Angebotspreis (der aber zur Ermittlung des Durchschnittswerts herangezogen wird). Jeder Autokäufer möchte vor Ort handeln. Zudem ist bei vielen Fahrzeugangeboten der Hinweis "Verhandlungsbasis" zu lesen.
  2. Fahrzeuge, die zu einem marktgerechten Preis angeboten werden, sind meist schnell verkauft. Alle anderen Fahrzeuge werden teilweise über Wochen und Monate angeboten, ohne dass sich ein Käufer findet, d. h. Autos, die Sie online finden, sind noch nicht verkauft.
  3. Der Verkaufspreis von Händlern liegt höher als der Verkaufspreis von Privat. In die Ermittlung des Durchschnittspreises fließen aber beide Verkäufergruppen mit ein.
  4. Der Händlereinkaufspreis entspricht nicht dem Händlerverkaufspreis. In die Ermittlung des Durchschnittswertes fließt aber nur der Händlerverkaufspreis mit ein. Natürlich wird das Fahrzeug günstiger eingekauft.

Was macht meinen Gebrauchten teurer bzw. billiger?

Will man den Wert eines Autos bemessen, spricht man gemeinhin von wertsteigernden bzw. wertmindernden Faktoren.

a) Wertsteigernde Faktoren

Wertsteigernde Faktoren sind Eigenschaften am Fahrzeug, die die Attraktivität für Käufer und somit den Wert des Fahrzeugs erhöhen. Diese Faktoren sind zum Beispiel:

  • wenige Vorbesitzer (maximal 1-3 Vorbesitzer)
  • scheckheftgepflegt (alle Wartungsarbeiten gem. Serviceheft in Vertragswerkstatt)
  • unfallfrei
  • gefragte Außenfarbe
  • gefragte Motorisierung
  • kein Wartungsstau
  • neuer TÜV
  • guter Zustand der Reifen und Felgen
  • keine bis wenige Gebrauchsspuren, innen wie außen

b) Wertmindernde Faktoren

Wertmindernde Faktoren wirken sich auf den Fahrzeugwert negativ aus. Wertmindernde Faktoren sind zum Beispiel:

  • viele Vorbesitzer (mehr als 3 Vorbesitzer)
  • nicht scheckheftgepflegt
  • Unfallfahrzeug
  • unbeliebte Außenfarbe
  • unbeliebte Motorisierung (z. B. großer Benzinmotoren)
  • fällige Wartungsarbeiten
  • abgelaufener TÜV
  • schlechter Zustand von Reifen und Felgen
  • viele Gebrauchsspuren, innen wie außen

c) Faktoren, die nicht pauschal wertmindernd oder wertsteigernd sind

Ausstattung

Die Frage ist: Wirkt sich eine hochwertige Ausstattung wertsteigernd auf den Wert eins Fahrzeugs aus? Eine Frage, die nicht pauschal mit „Ja“ beantwortet werden kann.

So wirkt sich zum Beispiel ein Navigationsgerät oder Xenon-Scheinwerfer in einem 7er BMW nicht wertsteigernd auf das Fahrzeug aus, da ein Navigationsgerät und Xenon-Schweinwerfer in dieser Fahrzeugklasse Standard sind. Auf den Wert eines 1er BMW kann sich diese Ausstattung aber sehr wohl wertsteigernd auswirken. Es hängt also davon ab, wie üblich eine bestimmte Ausstattung ist und auch in welchem Maße die Käufer danach suchen.

Reparierte Unfallschäden

Grundsätzlich ist ein Verkäufer verpflichtet, den Käufer auf einen Unfallschaden hinzuweisen. Ein Unfallfahrzeug gilt deshalb allgemein als weniger wertig als ein Fahrzeug ohne reparierten Unfallschaden. Dies ist aber nicht immer richtig. Entscheidend ist die Art des Unfallschadens sowie die Reparatur des Schadens.

  1. Faustregel Nr. 1 „Höhe des Unfallschadens“: Je höher die Unfallreparaturrechnung, desto stärker wird der Fahrzeugwert negativ beeinflusst. Nicht umsonst sollte es daher so sein, dass eine Versicherung beim Ausgleich des Versicherungsschadens auch die durch den Unfall verursachte Wertminderung des Fahrzeugs bezahlt.
  2. Faustregel Nr. 2 „Ausführende Werkstatt“: Ein Unfallschaden an einem VW Golf, der von einer VW Markenwerkstatt behoben wurde, wirkt sich weniger wertmindernd aus als der gleiche Unfall an einem VW Golf, der aber von einer freien Werkstatt repariert wurde.
  3. Faustregel Nr. 3 „Qualität der Unfallreparatur“: Ist bereits von weitem erkennbar, dass das Auto einen reparierten Schaden hat (ungleichmäßige Spaltmaße, Lackunterschiede durch Nachlackierung) wirkt sich das natürlich erheblich wertmindernd aus im Vergleich zu einer professionellen Unfallreparatur.

Neben den drei genannten Faustregeln gibt es noch weitere Faktoren, die entscheiden wie sehr sich der reparierte Schaden auf das Fahrzeug auswirkt. Diese sind u. a. Alter des Fahrzeugs und Fahrzeugklasse.

Fahrzeugumrüstung und Tuning

Es gibt einige Autobesitzer, die nach dem Kauf eines Autos Umbauten am Fahrzeug vornehmen (Spoiler, Chiptuning, Tieferlegung, Gasumbau). Schnell werden dafür mehrere tausend Euro ausgegeben. Selten erhöht sich der Fahrzeugwert im gleichen Maße. Entscheidend ist hier: Was wurde an welchem Fahrzeug wie und von wem umgebaut und wie stark wird ein solcher Umbau von potenziellen Käufern nachgefragt. Gerade bei umfangreichen Umbauten kommt es oft vor, dass Autohändler beim Ankauf einen Abschlag vornehmen. Der Grund ist einfach: Jeder Umbau führt zu einem Eingriff am Fahrzeug und kann unter Umständen starke Auswirkungen auf die Technik und Elektronik des Autos haben. Da aber ein Autohändler beim Weiterverkauf eines solchen Fahrzeugs eine funktionierende Technik und Elektronik gewährleistet (Stichwort: Sachmängelhaftung), wird in vielen Fällen ein Risikoabschlag seitens des Händlers berechnet. Daher: Bei Umbauten ist es in der Regel immer besser, direkt einen privaten Liebhaber für das Auto zu finden, der das Tuning im gleichen Maße schätzt wie der Besitzer selbst – vorausgesetzt man bringt etwas Zeit und Geduld für den Verkauf an privat mit.

Welchen Unterschied macht es, ob ein Fahrzeug von einer Privatperson oder einem Autohändler verkauft wird?

Ein Autohändler kann beim Verkauf prinzipiell einen höheren Preis erzielen als eine Privatperson, weil er weitere Serviceleistungen (wie Finanzierung oder Leasing) und Garantien (gesetzliche Sachmängelhaftung, Gebrauchtwagengarantie) anbieten kann bzw. muss.

Zu beachten: Da Autos ab 15.000 € in den meisten Fällen finanziert oder geleast werden, hat der Händler in diesem Preissegment eindeutig Vorteile gegenüber dem Privatverkäufer.