Gebrauchtwagenzertifikat | Sicherheit beim Autokauf

Definition Gebrauchtwagenzertifikat

Ein Gebrauchtwagenzertifikat ist ein von einer unabhängigen Stelle (z.B. KFZ-Sachverständiger) erstelltes Dokument, das den Zustand eines Gebrauchtwagens zu einem bestimmten Zeitpunkt sachlich festhält. Ein Gebrauchtwagenzertifikat ist keine Bestätigung, dass ein Gebrauchtwagen frei von Mängeln ist. Allerdings müssen Mängel vom Sachverständigen in einem solchen Gebrauchtwagenzertifikat dokumentiert sein.

Hier sehen Sie ein Beispiel für ein TÜV-Gebrauchtwagenzertifikat.

Gebrauchtwagenzertifikat bedeutet nicht zwangsläufig Mängelfreiheit

Viele Autokäufer denken beim Begriff "Gebrauchtwagenzertifikat" an ein absolut mängelfreies Auto. Das ist, wie oben erklärt, nicht zwangsläufig der Fall. Selbst wenn ein Autohändler davon spricht, dass der Gebrauchtwagen das Gebrauchtwagenzertifikat bestanden hat, bedeutet das nicht, dass kein einziger Mangel vorliegt. Es bedeutet lediglich, dass der Gebrauchtwagen die vom KFZ-Sachverständigen festgelegten Grenzwerte für Mängel nicht überschritten hat. Es kann z.B. sein, dass ein Gebrauchtwagen ein Gebrauchtwagenzertifikat erhält, obwohl die Reifen nur noch 3mm Profil haben. Zum Beispiel werden Reifen und auch Bremsen als Verschleißteile geprüft – das bedeutet, dass ein bestimmtes Restprofil bei Reifen ausreicht, um die Gebrauchtwagenprüfung zu bestehen. Im schriftlichen Gebrauchtwagenzertifikat wird sich allerdings ein Hinweis finden, z.B. "Reifen nahe Verschleißgrenze".

Beweis für den Zustand des Autos

Viele Autohändler bieten Ihren Kunden ein solches Gebrauchtwagenzertifikat an. Dieses Zertifikat eines KFZ-Gutachters bedeutet für Sie als Käufer zusätzliche Sicherheit (da alle Mängel aufgeführt sind), der Hauptgrund für ein solches Zertifikat ist aber der Händler selbst. Durch dieses Zertifikat wird der Zustand des Gebrauchtwagens am Tag der Übergabe festgehalten und schriftlich dokumentiert. Jeder Autohändler muss gesetzlich für 12 Monate für Mängel am Auto haften (Stichwort: gesetzliche Sachmängelhaftung). Die gesetzlich festgelegte Beweislastumkehr besagt, dass der Händler im Streitfall beweisen muss, dass der später festgestellte Mangel am Tag der Übergabe noch nicht vorgelegen hat. Der Autohändler kann also mit diesem Gebrauchtwagenzertifikat einen Beweis für den Zustand des Autos am Tag der Übergabe liefern. Sie sehen also, wie wichtig dieses Gebrauchtwagenzertifikat für den Autohändler ist.

Gebrauchtwagenzertifikate (auch Gebrauchtwagenuntersuchung oder Gebrauchtwagencheck genannt) werden z.B. von KFZ-Sachverständigen der großen Prüforganisationen angeboten.

Zusätzliche Sicherheit beim Kauf

Wenn Sie einen Gebrauchtwagen kaufen, kann ein sogenanntes Gebrauchtwagenzertifikat zusätzliche Sicherheit bieten. Das Gebrauchtwagenzertifikat bedeutet, dass der Gebrauchtwagen bei einer unabhängigen Prüforganisation durchgecheckt wurde. Das kann z.B. TÜV, Dekra, ADAC, GTÜ oder KÜS sein. Das Auto wird dort komplett durchgecheckt, der Auftraggeber erhält einen ausführlichen Prüfbericht zum Zustand des Fahrzeugs.

Achtung: Das Gebrauchtwagenzertifikat bedeutet nicht, dass das Auto in einem einwandfreien und perfekten Zustand ist! Lesen Sie das Gebrauchtwagenzertifikat aufmerksam durch, evtl. Mängel am Fahrzeug sind meistens erst im hinteren Teil des Dokuments notiert.